15.10.2009

CO2-Zertifikate kosten Österreich bis 2013 eine Milliarde Euro

Raiffeisen Leasing und Umweltberater wünschen sich neues Ökostromgesetz und CO2-Steuer - Geld für Verschmutzungsrechte "ist futsch" - Engert zuversichtlich bei E-Rädern

Österreich wird sein Kyoto-Ziel, über die Jahre 2008 bis 2012 im Schnitt nur 68,7 Mio. Tonnen Treibhausgase auszustoßen, voraussichtlich nicht erreichen und muss daher aus dem Ausland CO2-Zertifikate zukaufen. Bis 2013 wird das Land dafür eine Milliarde Euro ausgeben müssen.

Eigentlich hätte Österreich in den vergangenen Jahren seine CO2-Emissionen reduzieren sollen. Demgegenüber wurden aber 2007 schon 88 Mio. Tonnen ausgestoßen, um 11 Prozent mehr als im Referenzjahr 1990. Schuld an der Erhöhung waren hauptsächlich der Verkehr (+90 Prozent) und die Industrie (+15 Prozent). Vor zwei Jahren betrug der Emissionsüberschuss insgesamt 19,3 Mio. Tonnen. Von 2008 bis 2012 könnte das jährliche Defizit somit 20 bis 30 Mio. Tonnen erreichen. Im gesamten Erfüllungszeitraum werde Österreich rund 100 Mio. Tonnen CO2 zu viel ausstoßen.

Bis Ende 2013 muss Österreich nachweisen, dass es genug Verschmutzungsrechte erworben hat, andernfalls droht ein Vertragsverletzungsverfahren. Dass sich viele Länder von ihrer Verschmutzung "freikaufen" müssen, treibt den Preis für die Zertifikate, die an Börsen gehandelt werden, in die Höhe. Derzeit koste eine Tonne rund 13 bis 15 Euro. "Für Papiere, die dann zerrissen werden", müsse Österreich demnach mindestens 1 Mrd. Euro aufbringen, warnte Plas. Durch den Zertifikatszukauf werde keine Wertschöpfung im Inland generiert. Erwähnenswert ist, dass Österreich im Gegenzug nur 100 Mio. Euro für thermische Sanierung ausgebe. Ein weiteres "Negativbeispiel" für lediglich "punktuelle" Klimamaßnahmen sei die Verschrottungsprämie, die nicht an den CO2-Ausstoß der Autos geknüpft wurde. Viel klüger hätte man auch bei den im Konjunkturpaket enthaltenen Infrastrukturmaßnahmen vorgehen können. Würde 1 Mrd. Euro statt in den Tiefbau in die thermische Sanierung investiert, könne das Doppelte an Arbeitsplätzen (13.600 statt 7.800) geschaffen werden.



 

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