CO2-Zertifikate nach Klimagipfel auf Halbjahrestief
Händler erwarten zunächst auch keinen Preisanstieg
Nach dem weitgehend gescheiterten Klimagipfel sind die Preise für europäische Emissionszertifikate am Montag auf ein Halbjahrestief gefallen. Die Futures für den Verkauf des Rechts auf den Ausstoß von Treibhausgasen gab acht Prozent ab. Die im Dezember 2010 fälligen Verträge notierten 82 Cent billiger bei 12,75 Euro pro Tonne. In der ersten halben Stunde des Handels ging der Preis sogar auf 12,40 Euro zurück. Der Handel mit den Zertifikaten soll bei der Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen helfen und der Industrie Anreize geben, möglichst wenig Treibhausgase zu produzieren. Eine internationale Vereinbarung mit straffen Zielen für die Einsparung von Emissionen hätte den Handel gestützt. Der Minimal-Konsens von Kopenhagen ohne feste Verabredungen machte die Hoffnungen auf eine Stärkung des Geschäfts aber zunichte. "Es belastet, dass es keinen politischen Rahmen gibt", sagte der Pariser Broker Jean-Francois Cauvet. "Viele Hedgefonds und Finanzinstitute hatten daraufgesetzt, dass sich der Emissionshandel zu einer bedeutenden und wichtigen Alternative zu anderen Märkten wie dem Rohstoffhandel entwickelt."
Die Händler erwarteten zunächst auch keine Erholung der Preise. Die Zertifikate könnten sich bis auf 12,20 Euro verbilligen. Allerdings dürfte der Markt bereits im Februar wieder unter Druck kommen. Dann nämlich teilen die Regierungen einigen Industrie- und Energiebranchen neue Emissionsrechte zu, was zu dem Überangebot beitragen wird.